Politik

Aktion Arschloch - „Schrei nach Liebe“ in die Charts!

Vor einigen Tagen bekam der Roland bei Google+ die Idee, den Song "Schrei nach Liebe" der Ärzte aufgrund seiner leider wieder und immer noch aktuellen Aussage erneut in die Charts zu bringen. Hierdurch soll auf einfache Weise Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit zu gesetzt werden.

Ich finde die Aktion so geil, dass ich nicht nur bei Google+ oder Twitter irgendwas retweeten möchte, sondern auch die drei bis vier Leser meines Blogs darauf aufmerksam machen möchte. Da ich aber auch kein Fan davon bin, alles doppelt und dreifach zu schreiben, hier ein Haufen Links dazu, zum teilen, weitersagen und für die SEO-mäßige Linkcredibility der Aktion:

Webseite der Aktion Arschloch
Google+-Seite der Aktion Arschloch
Facebook-Seite der Aktion Arschloch
@AktionArloxh bei Twitter

Aktion Arschloch - „Schrei nach Liebe“ in die Charts!

Google Sprachsuche in kurios: Bilder von heimischen v****

Was passiert, wenn man in der Natur steht und die Google Sprachsuche verwenden möchte.

Liebe Menschen - lasst bitte keinen Hass mehr zu und habt keine Angst!

Ich bin selten ein Freund von "es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jeden". Und ja: Vieles richtige wurde in den letzten Tagen gesagt. Von Prominenten, Bloggern, in sozialen Netzwerken, Videoplattformen, auf der Straße und wahrscheinlich auch in Wohnzimmern und Kneipen. Aber in diesem Falle ist es wichtig nicht nur etwas zu sagen sondern sich mit seinem Gesagten auch zu zeigen und aufzustehen.

Denn leider sind Misstrauen und Angst wieder zu Gewalt und Hetze geworden. Wieder fühlt sich der feige Mob durch die Masse stark und tritt die Schwächsten. Wieder stehen steht das Ego einiger wieder über der Menschlichkeit. Daher müssen wir nun alle zeigen: Hass, Gewalt und Ausgrenzung haben bei uns nichts zu suchen. Wer gegen Flüchtlinge oder jede andere Minderheit hetzt oder gar Gewalt gegen sie anwendet gehört nicht zu uns, er steht nicht in unserer Mitte und keineswegs bringen wir Verständnis für ihn auf. Wer Menschen aufgrund ihrer Herkunft mit dem Leben bedroht oder Gewalt anwendet vertritt keine Meinung, er ruft zum Mord auf. Und in den letzten Tagen bin ich wirklich zu der Erkenntnis gekommen: Dieser Mordaufruf fängt auch bei vermeidlich harmlosen Dingen an:

  • Beim besorgten Bürger, der nur seine Kinder schützen möchte
  • Beim verängstigten PEGIDA-Demonstranten, der Angst vor dem Gespenst der Islamisierung hat
  • Beim Politiker, der aus der Stimmung Profit in Form von Wählerstimmen schlagen möchte und von Wirtschaftsflüchtlingen redet oder Flüchtlingsunterkünfte in Studienplätze umrechnet.
  • Bei jeder Stammtischrunde, bei der Menschen, denen es im Gegensatz zu den Geflüchteten gut geht, Angst haben, man könne ihnen etwas wegnehmen
  • Bei jedem "Ich bin ja kein Rassist aber"-Sager
  • Bei jedem, der Menschen pauschal aufgrund Ihrer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Behinderung verurteilt oder auch nur beurteilt.
  • Bei jedem Boulevard-Medium, das Misstrauen, Neid und Hass durch Artikel schürt.

Das ist das Fundament auf dem diejenigen stehen, die kein "... aber " mehr brauchen sondern Ihren Hass ungefiltert und ungeschönt herauslassen. Das ist das das Benzin im Molotov-Cocktail.

Wir Menschen in den westlichen Wohlstandsgebieten haben die absolute Pflicht den von Hunger, Tod und politischer Verfolgung bedrohten zu helfen. Wir müssen hier eindeutig zeigen, wofür unsere Werte stehen. Wofür unser Rechtstaat steht. Nicht für ein blindes rechtes Auge, das die NSU jahrelang unterstützt und gewähren lässt sondern für eine Gesellschaft in der sich jeder sicher fühlen kann. Eine Gesellschaft in der jeder die gleichen Rechte und Chancen hat. Einer Gesellschaft, in der der Wert eines Menschens über allem steht. Eine Gesellschaft in der sich jeder entfalten kann und seine Meinung offen und ohne Angst vor Repressionen vertreten kann.

Wir müssen spätestens jetzt allen rassistischen und fremdenfeindlichen Anschauungen entschieden widersprechen, in in der Familie, in Bus und Bahn, am Stammtisch, auf der Straße und im Netz.

Und ich rede hier nicht alleine von Deutschland: Jedes sogenannte westliche Land hat diese Verpflichtungen und ich empfinde es als eine Schande, dass z.B. bei der Griechenlandrettung tage- und nächtelang um Lösungen gerungen wurde und sich in Europa seit Monaten in der Flüchtlingsthematik nichts bewegt während im Mittelmeer und mitten unter uns Menschen sterben. Dass das EU-Land Ungarn durch einen Stacheldrahtzaun menschenverachtend die Festung Europa weiter stärkt anstatt das sichere Wege für die Flüchtlinge geschaffen werden, dass sich einige EU-Länder mit Händen und Füßen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zu wehren scheinen und überall rechtspopulistische Parteien in die Parlamente einziehen.

Lasst uns zeigen, dass wir zu einer anderen Gesellschaft fähig sind als die, die wir zur Zeit anscheinend darstellen.

Am Infostand der Piratenpartei in Bramsche

Eigentlich nur hier weil zu lang für einen Tweet:

Wahlkampf mach Spass! Muss ich ja mal sagen, auch wenn Regen, Kälte, alleine rumstehen, gefühlte Inneffektivität und allgemeine plattitüdenhafte Ablehnung einem manchmal die Motivation rauben so gibt es dann auch hin und wieder die kleinen Motivationsgeschichten, die einen dann doch wieder vor die Tür treiben und ich hoffe, jeder hat beim Wahlkampf die ein oder andere dieser Geschichten, die uns mal wieder auch im Gesamten etwas mehr von diesem Ding Namens Motivation bringen.

Der katholische Kindergarten

Eine Dame kommt an den Infostand: Entschuldigen Sie, ich habe da mal eine ungewöhnliche Bitte. Mein Sohn hatte einen Piratenpartei-Sticker an der Jacke kleben aber er geht in einen katholischen Kindergarten und da ist er irgendwie auf wundersame Weise verschwunden. Kann ich bitte so viele haben, bis die dran bleiben?

Die intransparente Rutschenpolitik in Bramscher Schulen

Eine Mutter kommt mit Ihren zwei Töchtern an den Infostand.

Tochter 1: Mama, warum steht der da?
Mutter: Der ist von der Piratenpartei, der möchte, dass wir ihn wählen.
Tochter 2: Warum sollen wir den wählen?
Mutter: Also hier auf dem Schild steht, ich soll euch fragen, fragt doch mal den jungen Mann
Tochter 1: Hallo, warum sollen wir Piraten wählen?
Ich: Oh, da gibt es vieles aber Ihr habt doch am Kindergarten bestimmt einen Spielplatz, oder?
Tochter 1: Ich geh schon zur Schule!
Tochter 2: Ich auch, wir gehen beide schon zur Schule!
Ich: Ok, dann stellt auch mal vor, bei euch an der Schule wird ein neuer Spielplatz gebaut und alles wird neu gemacht. Und wenn alles fertig ist, merkt Ihr, dass die zwei Tischtennisplatten gebaut haben aber keine Rutsche.
Tochter 1: Stimmt! Bei uns an der Schule gibt es zwei Tischtennisplatten aber keine Rutsche.
Ich: Ob als ich es gewusst hätte ;-) Wir Piraten wollen nun, dass deine Mutter im Internet nachlesen kann, warum die keine Rutsche gebaut haben und nicht, dass Ihr alle immer fragen müsst und dann keiner antwortet.
Tochter 2: Warum gibt es bei uns am Spielplatz keine Rutsche?
Ich: Das weiß ich nicht, das hat mal irgendjemand im Rathaus entschieden und der hat bestimmt auch andere Leute gefragt, ob nun Tischtennisplatten besser sind oder Rutschen aber wir möchten wissen, wen er gefragt hat, einen Tischtennisplattenverkäufer oder jemand anderen.
...

Mehr davon?

Mehr davon will ich jetzt von euch lesen! Los, motivize yourself!

Busfahren mit Weser-Ems-Bus und den Verkehrsbetrieben Osnabrück

Nachdem ich gerade den Artikel von Thomas zum Thema: Busfahren mit dem HVV in Hamburg gelesen habe, muss ich mich dann doch mal aufraffen, meine Erlebnisse der vergangenen Woche aufzuschreiben.

Zunächst einmal eine Feststellung "Ich bin faul" und das impliziert: "Ich fahre mit dem Auto".

Nun ist das Auto oder allgemein der Individualverkehr nicht von Ausfällen gefreit und so überbrückte ich den Werkstattbesuch meines KFZ mit einer Wochenkarte der Verkehrsbetriebe Osnabrück mit Gültigkeit zwischen Wallenhorst und Hilter a.T.W..

Nun zum ersten negativen Punkt des ÖPVN, zumindest auf dieser Strecke: Laut Fahrplan bin ich mehr als doppelt so lange unterwegs wie mit dem KFZ, gepaart mit ein wenig Sicherheit und dem Fußweg zur Bushaltestelle bedeutet dies: eine Stunde früher aufstehen (Und Abends dann eine Stunde später @home zu sein, was dann wieder dazu führt, dass man weniger frisch kocht und lieber auf die Schnelle Fertigfrass ). Wer mich kennt: Früh aufstehen ist so gar nicht meins.

Dann auf der Preisliste der erste positive Aspekt: Die Monatskarte für 92,- € bzw. als Abo-Monatskarte nur 77,- €: Dafür kann man kein Auto fahren und hat dazu noch die positiven Effekte sich in der Innenstadt das Parkhaus sparen zu können.

Auch positiv: Ich habe, einen Sitzplatz vorausgesetzt, Zeit für mich, kann lesen, Musik hören (nicht zu laut) oder auf meinem Touchscreen herumpatschen.

Das Problem nur, das mich dann doch wieder zum KFZ greifen lässt: Die Umsteigemöglichkeit zwischen zwei Linien. Wenn einen der Fahrplaner 8 Minuten Umsteigezeit prognostiziert (Bei einem Fußweg zwischen den Bussteigen von max. 1 Minute, wenn man rennen muss auch deutlich weniger) aber an 4 Tagen in der Woche 3 Tage der erste Bus mehr als 8 Minuten Verspätung hat und man eine Stunde am nicht wirklich einladenden Neumarkt / Johannisstraße auf den nächsten Bus warten muss und dann auch eine Stunde zu spät zur Arbeit kommt, vergeht einem dann doch der Spaß. Die Alternative ist dann natürlich zur Sicherheit eine halbe Stunde früher abzufahren, um genug Puffer für Verspätungen zu haben. Bedeutet aber auch wieder blöd am Neumarkt herumzustehen.

Von daher würde ich für mich sagen: Ohne Umstieg oder bei einem Umstieg in eine hochfrequente Linie (20-Minuten-Takt statt Stundentakt) würde ich sofort das Auto stehen lassen. Auch lässt sich der der ÖPVN in Osnabrück keinesfalls mit dem von einer Metropole wie Hamburg vergleichen, auch hier würde ich nur im Ausnahmefall mit dem eigenen Auto fahren.

Aber muss ein ÖPVN nicht attraktiv für den Autofahrer sein? Vielleicht schreckt gerade das von Thomas so beschriebene Erlebnisbad die Autofahrer ab, vielleicht muss auch der ÖPVN "zwangsattraktiv" gehalten werden, eben durch extra Busspuren oder eine City-Maut wie in London. Oder vielleicht ist der fahrscheinlose ÖPVN auch keine so blöde Idee, denn über den Preis kann man die Faulheit besiegen. Oder aber höhere Takte und besser aufeinander abgestimmte Fahrpläne.

Déjà-vu

Kommen nach den Chaostagen von Hannover beim LPTNDS 2009.1 nun die Chaostage von Bingen?

Zumindest ist die Landschaft ist um einiges schöner als Langenhagen!

Ein paar Gedanken zum Verbraucherschutz

Durch die Linksammlung LXXIV des Shopbloggers bin ich gerade mal wieder zum Thema Verbraucherschutz oder besser Verbraucheraufklärung ins Grübeln geraten.

Was will ich als Verbraucher beim Lebensmittelkauf?

Ich will Produkte kaufen, die in Ihrer Zusammensetzung und Herstellung meinen moralischen, gesundheitlichen, umweltpolitischen und "geschmacklichen" Vorstellungen entsprechen.

  • Moralisch: Ich will nicht, dass für mein Essen ein Tier mehr als notwendig leiden musste (In letzter Konsequenz bedeutet die wohl den Verzicht auf tierische Produkte aber soweit bin ich [noch] nicht)
  • Gesundheitlich: Ich will soweit wie möglich einschätzen können, was der Verzehr dieser Speise für meine Gesundheit bedeutet. Klar ein dickes Stück Schokotorte oder eine Tüte Chips sind meiner Gesundheit bestimmt nicht förderlich, es geht mir allerdings um die versteckten Gesundheitsrisiken, die ich nicht einfach durch einen gesunden Menschenverstand oder Allgemeinbildung begreifen kann.
  • Umweltpolitisch: Ich will möglichst viel darüber wissen, welchen Umwelteinfluss die Herstellung meiner Nahrung hat. Das deckt sich natürlich recht weit mit den vorherigen beiden Punkten, denn bei einer gentechnisch veränderten Pflanze kann ich nicht sagen, welchen Einfluss diese auf meinen Körper oder ihre Umwelt hat, deswegen will ich weder, dass sie in meinen Körper gelangt, noch das sie überhaupt angebaut wird.
  • Geschmacklich: In meiner Vorstellung kommt Erdbeergeschmack aus Erdbeeren, Tomatengeschmack aus Tomaten etc. Ich will nicht, dass mir dieser Geschmack vorgegaukelt wird und wenn, dann will ich wissen, dass ich jetzt keinen Erdbeer-Joghurt sondern einen Holzsplittermiteinempilzdersochmecktwieerdbeer-Joghurt esse. Ich will auch nicht, dass der Holzsplittermiteinempilzdersochmecktwieerdbeer-Joghurt durch die Marketingabteilung so geschickt umschrieben wurde, dass ich denken könnte oder sollte, dass es doch ein Erdbeer-Joghurt ist.

Ich gebe zu: All diese "Vorgaben" an mein Einkaufverhalten von mir selbst an mich selbst erfülle ich nicht. Oft siegt die Bequemlichkeit oder der Zeitdruck, die mir sagen, nicht alle Zutaten vor dem Kauf zu studieren. Oft ist es aber auch ohne ein Studium in Lebensmittelchemie nicht möglich alle Zusammenhänge durch die Packungsaufschrift zu erkennen.

Was ist also hier die Lösung?

Meiner Meinung nach brutalstmögliche Aufklärung für den Verbraucher! Bestimmte Dinge wie gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe, Geschmacksverstärker oder nicht artgerechte Tierhaltung müssen einfach plakativ auf die Verpackung um auch mich als "faulen Verbraucher" aufzurütteln.

Aber man kann nicht alles auf die Verpackungsvorderseite drucken, dafür hat jeder Verbraucher andere Bewertungsmaßstäbe. Andere reagieren evtl. auch allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe.

Vielleicht sollte man zusätzlich zu den plakativen Verpackungsinformationen die Hersteller verpflichten, diese auch in maschinenlesbaren Formaten auf der Verpackung anzubringen.

Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Wenn auf jedem Fertignahrungsmittel ein 2D-Barcode angebracht ist, der Zutaten, Allergene und eine eindeutige Produkt-ID beinhaltet wäre es doch z.B. mit aktuellen Mobiltelefonen ein Leichtes diese Informationen auszulesen und in der Weise darzustellen, wie der Verbraucher es will. Wenn ich z.B. auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagiere, kann ich das Programm so einstellen, dass es mich beim Scannen der Ware davor warnt.

Oder ich kann diese Informationen mit einer Online-Datenbank abgleichen, die von einer Organisation wie Foodwatch betrieben wird.

Ich weiß, das wird viel "Widerstand" in der Lebensmittelindustire hervorrufen aber ich will selber entscheiden, was ich esse und mich von denen durch unklare Bezeichnungen nicht verarschen lassen.

Die Idee ist bestimmt noch nicht vollständig durchdacht, denn nicht jeder nennt ein solches High-Tech-Mobiltelefon oder ähnliches sein Eigen und auch für diese Personen sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, diese Informationen abzurufen, aber ich denke dies wäre mal ein Schritt in Richtung eines aufgeklärten, mündigen Verbrauchers.

Wer ließt denn heute noch AGB?

Wie Golem.de berichtet, hat sich ein britischer Onlineshop am 1. April per AGB-Passus 7500 Seelen erschlichen.

Das ganze war zwar ein Aprilscherz, wie das Datum schon impliziert, wirft aber doch die Frage auf, was Unternehmer in Ihren AGB alles reinschreiben könnten und wann es dem ersten auffällt.

Klar, viele Onlineshopbetreiber würden auf eine ellenlange Rechtserklärung sehr gerne verzichten und alles wichtige in einfachen Worten erklären nur wenn Sie das machen würden, würde der nächste Abmahnhai recht schnell vorbeischwimmen und zubeißen.

Was hilft es den Verbraucher, wenn er erstmal ellenlange Rechtserklärungen lesen muss um online einzukaufen? Dann kann man fast genauso schnell im stationären Handel vorbeischneien denn hier ist es ganz einfach:

Händler: Ich verkaufe dir diese Waren für XX €
Kunde: Ich kaufe dir diese Waren für XX € ab

übereinstimmende Willenserklärungen, peng fertig.

Klar, online gibt es da schon mehr zu regeln, Widerrufserklärung, Versandkosten, Rücksendemodalitäten, Zahlungmodalitäten etc. Müsste man das im Supermarkt an der Kasse auch alles regeln würde es dort auch länger dauern.

Nur ist die Lösung hier, ellenlange AGB zusammenzustellen die eh kein Endkunde versteht und meistens einfach in der Form abnickt, dass es gar nicht erst versucht diese zu lesen oder zu verstehen?

Mann müsste als Verbraucher einfach konsequent sein und in keinem Online-Shop kaufen in denen man die AGB nicht versteht. und der Gesetzgeber müsste im Sinne des Verbraucherschutzes die Rahmenbedingungen schaffen, dass es dem Kunde ohne Rechtsanwalt ermöglicht wird, die Modalitäten eines Kaufvertrages zu verstehen.

Meine Wunschvorstellung ist da ja ein Text von 140 Zeichen :-) ein Text, der in der Länge maximal diesem hier entspricht und der in den Bestellablauf eingeblendet wird. kein extra Fenster, keine Checkbox. Die Auflistung der Waren, Versandkosten, Versand + Rechnungsadresse, Widerrufserklärung, Erklärung zur Gewährleistung, fertig.

Lesenswerter Artikel auf Telepolis

Der Irrsinn der GEZ: Steakhouse soll für Computerkassen zahlen

Wie golem.de berichtet, soll eine Steakhouse-Kette für Ihre Computer-Kassen Rundfunkgebühren zahlen.

Ich zahle gerne meine Rundfunkgebühren. Ich habe nie versucht mich bei der GEZ abzumelden, ich habe mich nach meinem Auszug zum Zwecke einer Berufsausbildung direkt angemeldet und würde nur ungern auf auf die öffentlich-rechtlichen verzichten. Bei den öffentlich-rechtlichen gibt es noch Nischen, die vor Kommerz geschützt Inhalte bieten, die sich sonst nicht lohnen würden.

Aber ist das Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht hoffnungslos überholt? Sowohl was die Berechnung der Gebühren angeht, die Abhängigkeit von der Politik als auch was die "Grundversorgung" mit Inhalten angeht.

Beginnen wir mit der "Grundversorgung"

Für mich bedeutet dies, dass mich der öffentlich rechtliche Rundfunk mit allem versorgt, was von den privaten Anbietern nicht geleistet werden kann oder wo es bei den privaten Anbietern nicht genug Wettbewerb gibt um die Bevölkerung mit einem breiten Spektrum an unterschiedlichen Meinungen zu versorgen.

Dazu gehören für mich:

  • Nachrichten, denn hier wird bei den Privaten in letzter Zeit immer mehr gespart
  • Kultur, Theatervorstellungen, klassische und unpopuläre (nicht Mainstream) Musik, Literatur, denn hier sind die Werbeeinnahmen für die Privaten wohl zu gering um etwas vernünftiges auf die Beine zu stellen
  • Dokumentationen und Hintergrundberichte, die unabhängig recherchiert und präsentiert werden
  • "Bildungsfernsehen" wie Sprachkurse, Wissenschaftssendungen ohne Knalleffekte, Geschichtliche Dokumentationen
  • Kinderfernsehen ohne Werbeunterbrechung

Dazu gehören für mich auf jeden Fall nicht:

  • Unterhaltungssendungen wie Wetten Dass, das können die privaten auch, die Werbekunden (Haribo, Mercedes...) stehen ja schon beim ZDF Schlange
  • Populärsport wie Fußball, Olympische Spiele etc.
  • Telenovelas am Nachmittag
  • Quizschows
  • Blockbuster

Also im Grunde alles wo der Markt groß genug ist, dass sich mehrere Anbieter den Werbemarkt oder den Markt für Zahlungswille Kunden (Pay-TV) teilen können ohne das es zu einem (Meinungs-)Monopol kommen könnte.

Würden man das Programm auf diese "Grundversorgung" eindampfen, könnte man meiner Meinung nach schon einen guten Teil der Rundfunkgebühren einsparen.

Und dann von der politischen Unabhängigkeit

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nicht aus Steuermitteln finanziert, um eine politische Einflussnahme auf die Journalisten zu verhindern, Trotzdem wird von Seiten der Politik Einfluss auf Journalistische Entscheidungen genommen, wie die die Geschehnisse aus der Nicht-Vertragsverlängerung von Nikolaus Brender zeigen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll eine unabhängige Säule im demokratischen System sein? Dann sollten Institutionen wie der ZDF-Verwaltungsrat auch unabhängig agieren können. Ich denke das kann nur der Fall sein, wenn die Grundlagen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auch demokratisch verfasst sind, über ARD/ZDF Intendaten/Verwaltungsräte etc. auch von der Bevölkerung abgestimmt wird.

Zur Berechnung der Gebühren

Früher war alles einfach. Wer einen Fernseher besaß hat ARD, ZDF oder die dritten geschaut, wer ein Radio besaß hat öffentlich rechtlichen Rundfunk gehört.

Heute gibt es im Äther Konkurrenz, auch kann ich einen Fernseher nur dazu haben um einen DVD-Player anzuschließen. Ich muss zahlen weil ich konsumieren "könnte". Ich werde also "Zwangsversorgt" auch wenn ich gar nicht will.

Schlimmer noch bei den "neuartigen Empfangsgeräten" wie internetfähige Computer, Handys und Co. Hier ist das Angebot der öffentlich-rechtlichen ein verschwindend kleiner Teil des Gesamtangebotes, man kann also keinesfalls mehr davon sprechen, dass diese Geräte dazu angeschafft werden, öffentlich-rechtliche Inhalte zu konsumieren.

Wenn ich selbstständig bin, muss ich dann für den PC extra zahlen, denn der Fernseher, den ich privat angemeldet habe, wirkt sich nicht mehr auf den PC aus. Auch wenn ich während meiner Arbeitszeit wohl besseres zu tun habe als öffentlich-rechtliche Inhalte zu konsumieren, zum Beispiel auch Steaks kassieren.

Und zum vorläufigen, persönlichen Fazit

Ich bin mir nicht sicher, wie die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aussehen muss. In einer Pauschale pro Einwohner/pro Privathaushalt? Im öffentlich-rechtlichen Pay-TV wo nur Zahlende Zugang zu den Inhalten haben? In einer Kostenreduzierung auf die Wesentlichen Inhalte?

Auf jeden Fall denke ich, dass man eine Demokratisierung des Rundfunks anstreben sollte, denn wenn ich schon "gezwungen" werde für unabhängige Medien zu zahlen, würde ich gerne mitbestimmen, wie diese Unabhängigkeit aussieht.

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